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  • Erhöhen bestimmte Parkinson-Medikamente das Demenzrisiko?
Forscher an der Universität Nottingham werteten anhand des zentralen Krankheitsregisters in Großbritannien die Fälle von insgesamt 59.769 Demenzpatienten und zum Vergleich diejenigen von 225.574 statistisch ähnlichen Personen ohne Demenzdiagnose aus.
Dabei zeigte sich bei Personen, die Anticholinergika eingenommen hatten, eine statistische Häufung von Demenzdiagnosen gegenüber denjenigen, die diesen Wirkstoff nicht eingenommen hatten. Zudem war die Demenzdiagnose um so häufiger, je mehr von dem Medikament insgesamt eingenommen wurde. In der Gruppe der Patienten mit der höchsten eingenommenen Gesamtmenge, die drei oder mehr Jahre täglich eine hohe Dosis Anticholinergika erhalten hatten, wurde die Demenz-Diagnose 49% häufiger gestellt als bei Personen, die noch diesen Wirkstoff noch nie zu sich genommen hatten.

Eine solche statistische Häufung kann auf einen ursächlichen Zusammenhang hinweisen. Es kann sich jedoch auch um eine sog. Pseudo-Korrelation ohne Wirkungszusammenhang handeln. Sollte sich der Zusammenhang jedoch in weiteren Studien erhärten, würde dies den Forschern zufolge bedeuten, dass ca. 10% aller Demenzerkrankungen in Großbritannien mit der Einnahme von Anticholinergika in Verbindung stehen würden. Patienten, die derzeit Anticholinergika nehmen, sollten diese nicht abrupt absetzen, sondern sich von ihrem Neurologen beraten lassen.

Anticholinergika sollen den Neurotransmitter Acetylcholin im Gehirn hemmen. Sie werden u.a. bei Parkinson-Symptomatik verschrieben, um im Gehirn einem vermuteten Ungleichgewicht zwischen dem zu niedrigen Dopamin-Spiegel und seinem Gegenspieler Acetylcholin entgegenzuwirken.

Weitere Erläuterungen in Deutsch:
https://www.scinexx.de/news/medizin/arzneimittel-als-ausloeser-von-demenz/

Originalveröffentlichung in Englisch:
https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2736353